31. Mai
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Ein Ausflug ins Usenet

Wenn man – so wie ich gerade – geschäftlich unterwegs ist und seine Abende in einem Hotelzimmer verbringt, beginnt man irgendwann, sich nach Themen umzuschauen, mit denen man sich mal beschäftigen könnte. Heute ist es das Thema Usenet.

Das Usenet entstand 1979 und ist demnach genau so alt wie ich. Es handelt sich hierbei inhaltlich um eine Mischung aus Webforum und Mailingliste. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass das Usenet dezentral organisiert ist und nur über spezielle Newsreader-Programme erreichbar ist. Inhalte sind – ähnlich wie bei Webforen – in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt und hierarchisch aufgebaut. Während es zu Beginn mit dem Protokoll UUCP arbeitete, ist es bereits Mitte der 80er Jahre auf das Protokoll NNTP umgestellt worden, wodurch es möglich wurde, per TCP/IP an die Inhalte zu gelangen. Im Wikipedia-Artikel zum Thema Usenet erfährt man noch detailliertere Informationen zum Aufbau und zur Historie. Heute verbindet man mit dem Usenet zum Einen eine bedeutend große Wissenssammlung und zum Anderen das sog. Binary Usenet, eine Parallelstruktur zum Usenet, bei dem es möglich ist, Anhänge mit zu verteilen, die dann von Lesern heruntergeladen werden können.

Und genau das wollte ich mir mal genauer anschauen. Ich habe Usenet.nl als Zugangsanbieter ausgewählt. Über einen professionellen Zugangsanbieter hat man den Vorteil, dass man über einen zentralen Zugang (wenn auch kostenpflichtig) auf leistungsstarke Backends zugreifen kann, die eine deutlich spürbare Performance ermöglichen. Ich habe mich also beim genannten Anbieter für das Usenet angemeldet.

Die Anmeldeprozedur war etwas aufwendiger. Es besteht die Möglichkeit, sich für einen 14-tägigen Testzugang zu registrieren. Innerhalb des Testzeitraumes kann man sich dann für eine Monats- oder Jahresmitgliedschaft entscheiden. Man sollte darauf achten, dass man rechtzeitig wieder kündigt, falls man sich gegen eine dauerhafte Mitgliedschaft entschließt, denn nach dem Testzeitraum geht man direkt in eine Jahresmitgliedschaft über. Man wird jedoch während der Registrierung transparent und verständlich darüber informiert.

Für die Registrierung muss man Name, Adresse und E-Mail-Adresse angeben. Außerdem muss man sich bereits jetzt für eine Zahlungsweise entscheiden, die nach dem Testzeitraum zum Tragen kommen würde. Ich habe mich für PayPal entschieden, auch wenn dies bedeutet, 1 EUR zahlen zu müssen. Es muss außerdem noch eine Telefonnummer angegeben werden, über die man angerufen wird, um einen 4-stelligen Code zu erhalten, der wiederum für die Registrierung eingegeben werden muss. Ein kleines Durcheinander gab’s beim Timing des Registrierungsablaufs. Nach Absenden des Formulars mit Zahlungsdetails und Rufnummer klingelte prompt mein Handy und der Code wurde übermittelt. Der Browser wurde jedoch zur PayPal-Seite umgeleitet, um den Euro bezahlen zu können. Also musste der Code erst mal auf einem Zettel notiert werden. Nach der PayPal-Abwicklung kam ich wieder zurück auf die Usenet.nl-Seite und konnte den Code eingeben. Dann dauerte es nochmal ca. 3 Minuten (laut Info-Text nur “wenige Sekunden”), bis mein Account freigeschaltet war. Ich wurde dann zur Software-Seite weitergeleitet, auf der mir dann der Newsreader-Client für Windows und Mac zum Download angeboten wurden. Ich entschied mich für die Mac-Version und notierte mit von derselben Seite meinen Usernamen und das dazugehörige Passwort. In diesem Moment flatterten dann auch die Usenet.nl-Mails in mein Postfach. Auch hier waren Username+Passwort angegeben, meine Notiz hatte sich also erübrigt.

Der Newsreader-Client startete schnell, akzeptierte meine Zugangsdaten problemlos bietet eine schlanke GUI, in der man sich leicht zurecht findet. Da man heute teilweise von bis zu 170.000 Newsgroups ausgeht, wäre es kaum möglich, den Überblick zu behalten und sich zurecht zu finden. Hier gibt der Newsreader eine Hilfestellung in Form von Kategorien, die man nur anzuklicken braucht, um an eine Vorauswahl an Newsgroups zum gewählten Thema zu gelangen. Es ist auch möglich, über die Schaltfläche “Configure my categories” weitere Kategorien anzulegen oder bestehende zu bearbeiten. Der initiale Fokus liegt bei dieser Software eindeutig auf Binary Newsgroups, es ist jedoch kein Problem, auch Text-Newsgroups anzuzeigen und/oder Newsgroups mit Daten-Anhängen auszublenden.

Ich habe nun also 14 Tage Zeit, den Account zu testen. Die Gruppe “de.comp.os.unix.linux.misc” kenne ich noch aus vergangenen Tagen und nimmt als Erstes wieder einen Platz in meiner Favoritenliste ein. Hier wird einem z.B. rund um das Thema Linux geholfen. :-)

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Veröffentlicht in: IT / Technology

Über den Autor:

Beruflich arbeite ich als Premium Support Engineer bei Novell. Seit 2008 schreibe ich in diesem privaten Blog über Linux, Software, Programmierung, Suchmaschinen-Optimierung und über alles, was mir außerdem an IT-Themen begegnet. Darüber hinaus blogge ich hier auch über meine Hobbies, meine Meinung zu Filmen, Musik und was mir sonst so vor die Flinte kommt.

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