23. Jun
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radvd und DHCP-Server mit IPv6 und openSUSE

In den letzten Tagen habe ich mich mal wieder ausführlich mit der Einrichtung von IPv6 in meinem Heim-Netzwerk beschäftigt. Ich nutze einen Server mit openSUSE 11.4 und SixXS-Tunnel als Router in die IPv6-Welt. Für IPv4 nutze ich eine FritzBox 6360 mit Unitymedia als Provider. Auf dem openSUSE-Server betreibe ich außerdem einen ISC-DHCP-Server und einen BIND-NameServer für IPv6 und IPv6.

Allgemeine Infos zu IPv6, die grundsätzliche Konfiguration unter Linux und die Einrichtung eines SixXS-Tunnels werden bereits ausgezeichnet im IPv6-Wiki von Ralf Krüdewagen beschrieben, daher werde ich hier nicht nochmals darauf eingehen.

Stattdessen erzähle ich über ein paar Dinge zu DHCP und DNS, die mir erst heute klar geworden sind und zeige, wie die technische Umsetzung funktioniert. Mag sein, dass ich mich hier und da nicht ganz korrekt ausdrücke… Feedback ist willkommen. :-)

Zusammengefasst sind Stand heute folgende Funktionen möglich:

  • IPv6-Tunnelnutzung mit SixXS
  • Router Advertisement mit radvd
  • DHCP-Server für IPv4 / IPv6
  • DNS-Server für IPv4 / IPv6
  • dynamische DNS-Updates (DDNS) für IPv4 / IPv6

 

Im Doppelpack

Ich bin bisher davon ausgegangen, dass man entweder “radvd” oder einen IPv6-fähigen DHCP-Server für die dynamische Zuweisung von IP’s verwendet. Richtig ist aber, dass beide Dienste als Team arbeiten. radvd verkündet im Netz lediglich das IPv6-Prefix, also das zu verwendende Subnetz und Angaben zum Router. Clients weisen sich anhand dieser Informationen selbst eine IP-Adresse zu. Wird nur radvd eingesetzt, spricht man von Stateless Address Autoconfiguration. In diesem Szenario können sich Clients bereits im Netz bewegen und mit anderen IP-Adressen/Hosts kommunizieren.

In einem typischen (Heim-)Netzwerk reicht das jedoch nur sehr selten. Das wohl wichtigste Feature ist das Zuweisen eines DNS-Servers. Hinzu kommen Optionen wie z.B. Domain-Name, Such-Suffixe, PXE oder WPAD-Angaben. Genau hier setzt der DHCP-Server auf, der den radvd sinnvoll ergänzt.

Kurz: IP-Adressen kommen vom radvd, Zusatz-Optionen vom DHCP-Server. Man spricht hier von “Stateful Address Configuration”. (siehe auch IPv6-Autokonfiguration bei Wikipedia).

 

Die technische Umsetzung:

Die radvd-Konfiguration wird auf ein Minimum reduziert. Wichtig ist die Option “AdvManagedFlag on”. Die Angabe eines prefix-Bereichs entfällt.

“/etc/radvd.conf”:

interface eth0
{
        AdvSendAdvert on;
        AdvManagedFlag on;
        MinRtrAdvInterval 5;
        MaxRtrAdvInterval 10;
}

 

Ich nutze unter openSUSE 11.4 den ISC DHCP Server (RPM-Paket “dhcp-server”), derzeit in der Version 4.2.1. Dieser Dienst besteht aus zwei Komponenten, “dhcpd” für IPv4 und “dhcpd6″ für IPv6. Ich beschäftige mich in diesem Artikel ausschließlich mit Letzterem. Die DHCP-Konfiguration wird in zwei Dateien vorgenommen:

“/etc/sysconfig/dhcpd” (Auszug):

DHCPD6_INTERFACE="eth0"

 

“/etc/dhcpd6.conf” (<- auf die “6″ achten!):

authoritative;
ddns-update-style interim;
ddns-updates off;

default-lease-time 2592000;
preferred-lifetime 604800;
option dhcp-renewal-time 3600;
option dhcp-rebinding-time 7200;
option dhcp6.info-refresh-time 21600;

allow leasequery;

log-facility local7;

subnet6 2001:xxxx:yyyy::/64 {

        range6 2001:xxxx:yyyy:: /64;

        option dhcp6.name-servers 2001:xxxx:yyyy::1;
        option dhcp6.domain-search "ipv6.site site";
}

(IP-Adressen wurden anonymisiert)

 

Wenn nun beide Dienste gestartet wurden und keine Firewall im Weg ist, sollten Clients bereits in der Lage sein, eine IPv6-Adresse inkl. Router- und DNS-Server-Adresse zu beziehen. In Kürze werde ich außerdem beschreiben, wie dynamische DNS-Updates mit IPv6 funktionieren.

 

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Veröffentlicht in: IT / Technology

Über den Autor:

Beruflich arbeite ich als Premium Support Engineer bei Novell. Seit 2008 schreibe ich in diesem privaten Blog über Linux, Software, Programmierung, Suchmaschinen-Optimierung und über alles, was mir außerdem an IT-Themen begegnet. Darüber hinaus blogge ich hier auch über meine Hobbies, meine Meinung zu Filmen, Musik und was mir sonst so vor die Flinte kommt.

1 Kommentar zu "radvd und DHCP-Server mit IPv6 und openSUSE"

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